Nach 4 Wochen bei Fran und Robin war es an der Zeit weiter zu ziehen! Das geld wurde auch etwas knapp und es war Anfang März! Ich wusste ich hatte im Mai einen Guestspot in Deutschland, da musste ich dann da sein! Ich konnte erstmal nicht zurück nach Portugal, um meinen Van dort abzustellen und zu fliegen, also entschloss ich mich nach Deutschland zu fahren! Zum einen hatte es den Vorteil dass ich mein zuhause immer dabei habe, und dass ich ziemlich flexibel bin, zum anderen musste ich auch TÜV machen, und hätte so die Gelegenheit gleich noch ein paar Sachen am bus zu machen! Nur die Frage war , schafft mein Dicker die knapp 3000 km? Ich wusste dass in der Schweiz tätowieren möglich war, und fragte auf Facebook ob ich irgendwelche Kollegen habe die mich ne Woche aufnehmen würden als Gast um an etwas Geld zu kommen! Tobi meldete sich darauf hin, dass ich gerne zu ihm kommen könnte, ins „ Our home „ Tattoo studio nach Au am Bodensee! Wir machten aus dass ich am 29.3 bei ihm wäre, was mir noch gute 3 Wochen zeit lies die Küste Spaniens zu erkunden! Um dann ganz entspannt in die Schweiz zu fahren! Also noch etwas Strand Urlaub bevor ins doch etwas kältere Deutschland zurück geht!
Also suchte ich mir ein paar Ziele aus die ich mir schon die ganze Zeit mal ansehen wollte, wie zb ein Westerndorf in dem die ganzen Italo Western gedreht wurden weil Hollywood zu teuer war! Es lag in einer Gegend die tatsächlich wie der Wilde Westen aussah! Die Tabernas Wüste! Dann noch diverse Strände von denen ich hörte oder ein See mit einer alten Geisterstadt im Norden bei Pamplona! Die Reise Route stand! Fran zeigte mir noch einen netten Stellplatz an einem Strand in der nähe als erstes Ziel wo ich auch direkt hingefahren bin und 2 Nächte verbrachte! Es stellte sich auch heraus dass freistehen in Spanien sehr viel entspannter war als in Portugal! Dort wurde nämlich im Januar ein neues Gesetz gegen das Campen in Bussen und Wohnmobilen erlassen, welches es quasi unmöglich machte frei zu stehen ohne horrende Strafen zu zahlen!


Ich war also seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder mit Hurley am Meer! Ein schönes Gefühl, endlich wieder diese Freiheit zu spüren wegen der ich eigentlich in den Van gezogen bin! Ich hatte auch noch für eine Woche eine Freundin aus Ibiza dabei, die mal von der Insel runter musste und sich über etwas Abwechslung freute! Wir reisten bis Valencia zusammen, dort stieg sie wieder zurück in den Flieger nach Ibiza!
Hin und wieder machte Hurley komische quietschende Geräusche, die aber immer wieder verschwanden, aber ich dachte mir erstmal nichts dabei, sowas kann bei so nem alten Wagen immer mal vorkommen dachte ich mir! Ich fuhr auch immer die ersten Kilometer sehr aufmerksam horchend ob irgendwelche neuen Geräusche aus dem Motor kamen , um zu schauen ob dem Dicken was fehlt oder kaputt sein konnte! Aber er fuhr einwandfrei!
Wir suchten uns für den 3ten Tag der Reise ein neues Plätzchen aus, wie schon erwähnt wollte ich mir diese Westernstadt ansehen! Also fuhren wir in die Tabernas Wüste! Dort blieben wir auch 2 Nächte, und es war echt abgefahren dort! Man konnte regelrecht das getrabte der Pferde hören! Leider war die Westernstadt wegen Corona geschlossen, aber man konnte problemlos dort mit dem Van stehen und sich alles von außen ansehen!


Da habe ich dann auch über instagram mit „Vieraugeliebe“ einem Vanlife Pärchen und auch Tätowierern Kontakt geknüpft , und wir verabredeten uns an dem Strand an dem sie schon seit einigen Monaten standen zu treffen! Der Platz war zwischen Murcia und Almeira in Aguilas! Ein wirklich schöner Strand mit einigen Vans die dort standen!



Dort blieben wir auch 2 Nächte bevor es zum vorerst letzten Strand für eine ganze Weile ging und ich meine Bekannte nach Valencia zum Flughafen brachte ! Mit dem Wissen dass ich für eine ganze Weile vermutlich kein Meer mehr sehen würde genoss ich die Zeit dort ganz besonders!


Dort habe ich auch ein Italienisches Paar kennengelernt, die mir per instagram ein bild von unserem Platz schickten mit uns beiden darauf! Sie standen nur 10 m entfernt, trauten sich aber wohl nicht mich anzusprechen! Seh ich echt so gefährlich aus? Egal, wir kamen ins gespräch und wir verbrachten den Abend noch nett miteinander! Am nächsten morgen bekam ich noch eine Drohnenaufnahme geschickt die sie ganz früh morgens machten bevor sie abfuhren! Sehr nett!

Nachdem ich meine Bekannte zum Flughafen gebracht hatte, fuhr ich in Richtung Norden! Ich wollte zu der Geisterstadt bei Pamblona! Mich hatte auch eine alte Freundin aus Frankfurt Kontaktiert, Rosi, sie hatte mit einer anderen Freundin in den 90ern den geilsten Klamottenladen in ganz Frankfurt! Den „ Endless Summer“ ! Dort bekam man die geilsten 2nd hand Jeans aus Amerika und auch sonst die coolsten Kamotten! In dem Keller des Ladens war auch die Geburtsstunde meiner damaligen Band Junkhead, da wir dort Proben konnten! Sie hatte in den Bergen oberhalb von Pamplona ein Bed and Breakfast , mitten im nirgendwo, und natürlich wollte ich sie nach all den Jahren gerne wiedersehen! aber erst sollte es zur Geisterstadt gehen!

Auf dem Weg in den Norden machte Hurley plötzlich zicken, die Batterie Anzeige blinkte öfter mal auf, der Motor klang etwas seltsam und das quietschen kam immer öfter und lauter! Ich hatte keine Ahnung was das sein konnte! Im Nachhinein war es dann natürlich logisch! Die Lichtmaschine! Ich kam aber noch bis zum See, dort machte der Motor aber solche krassen Geräusche dass ich dachte der Wagen explodiert gleich! Ich stand in der Pampa, es war 16 Uhr und ich war etwas überfordert! Ich suchte nach Werkstätten über google, und fand eine ca 30 km enfernt in Pamplona! Ich rief da an, und zum Glück sprach jemand englisch! Sie meinten wenn ich es dorthin schaffen würde, würden sie sich gleich um den Wagen kümmern! Ich hatte keine Ahnung ob er es noch so weit schaffen würde, ich sprach zu Hurley ( Ich weiß, ziemlich bescheuert, is ja ein Auto, aber irgendwie auch nicht für mich) dass er es doch bitte bis dahin schaffen solle! Ich nahm also all meinen Mut zusammen, und fuhr langsam los! Während der Fahrt rechnete ich die ganze Zeit damit dass er stehen bleibt! Aber Hurley schaffte es! Ich kam mit mit lauten Schlägen, und einem lauten Quietschen des Keilriemens in der Werkstatt an, das muss ein Bild für die Götter gewesen sein! Die scheiß Hippies mit ihren Alten Karren!
Die Jungs dort waren extrem Kompetent! Zu meinem Glück! Sie bauten die Lichtmaschine aus und fanden ganz schnell das Problem! Ein Kugellager war kaputt! Dadurch hatte der Keilriemen keine Sppannung mehr und das verursachte die lauten Schläge im Motorraum! Kurzerhand wurde das Lager getauscht und nach 3 std, und 140 Euro weniger lief Hurley wieder einwandfrei! Eine neue Lichtmaschiene hätte gut 200 Euro gekostet! Ich war unendlich erleichtert, da mein Budget gerade so bis zur Schweiz gereicht hatte, und die 140 Euro konnte ich noch verschmerzen! Danke an dieser Stelle für die schnelle und absolut unkomplizierte Hilfe! Hätte ich ein neueres Auto gehabt hätte das so nicht funktioniert, da dor die Lichtmaschienen gegossen sind, und man sie nicht hätte so problemlos öffnen können! Old But Gold , i love you Hurley!



Ich fuhr dann Abends noch zu einem Stellplatz in den Bergen und schlief erleichtert aber total erschöpft ein!
Wie es weitergeht erfahrt dann im nächsten Blog , bis dahin
Ahoi und guuuude Justin!
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