Kapitel 23 „ Die Hälfte ist geschafft“

Ich flog also nach Deutschland um meinen Guestspot anzutreten! Ich hatte mir noch am Tage meines Abfluges ein Stück holz in meinen Fuß gejagt, in dem ich mit Flip Flops auf einen Ast getreten bin, und sich ein abgebrochenes Stück Holz durch den Flip Flop in meinen Fuß stoch! Schön und angenehm ist anders! Also bin ich die ersten 2 Wochen humpelnd durch die Gegend geeiert und da ich in Wiesbaden in einer Wohnung gewohnt habe von der ich immer ca 20 bis 30 min zu Fuß in den Laden musste, war es natürlich alles andere als angenehm! Aber ich jammere schon wieder zu viel!

Ich hatte den Tip über Obelink, eine Holländische Camping Ausstatter Seite nach dem Zelt zu schauen, ich hatte auch direkt das passende im Auge! Ein 4×6 m großes „ Belltent“ für knapp 1000 Euro! Klingt erstmal viel, aber es war tatsächlich riesig! Ich musste es nur nach Portugal bekommen! Da sie nicht direkt nach Portugal lieferten, musste ich mir was überlegen! Ich bestellte es erstmal direkt in den Shop inklusive eines kleinen Ofens ! Den Ofen konnte ich als Handgepäck mitnehmen, das Zelt jedoch nicht! Also beschloss ich es zu einer Poststation nahe des camps zu schicken, und beauftragte Victoria es entgegen zu nehmen! Nur leider existierte dies Poststation nicht mehr, und die Irrfahrt des Zeltes nahm seinen Lauf! Ich hatte mir auch kurzzeitig überlegt für 200 euro irgendeine kleine rostlaube zu kaufen, und es damit runter zu fahren, nur der ganze administrative scheiß mit anmelden, Steuer und Versicherung hielt mich dann davon ab!

Aber ich hatte ja Unterstützung in Portugal durch Victoria! sie hatte eine Zeit in Lissabon bei UPS gearbeitet und kannte dort noch Leute! Sie schaffte es das Zelt sicher ins Camp zu lotsen! Ohne Sie wäre ich ziemlich aufgeschmissen gewesen! Danke nochmal dafür!!

Nach meinem Guestspot in Wiesbaden bei 13 needles Tattoo verbrachte ich noch eine Woche in Frankfurt! Ein lieber Freund, der Matze, lud mich ein bei ihm zu übernachten, und so hatte ich eine Bleibe in Frankfurt! Ich feierte meinen Geburtstag mit einer Handvoll Freunde und meiner Tochter in meiner Stammbar und es war ein wirklich schöner Abend! Chrissi lud mich noch ein in seinem Restaurant dem Trares mit meiner Tochter zu essen , was ebenfalls sehr schön war!

Die Hälfte meines Lebens war also geschafft, wenn ich davon ausgehe mindestens 100 zu werden! Ich bin ja erstmal immer Optimist!

Alles in allem war es eine schöne Zeit, auch wenn mich das Stadtleben mittlerweile ziemlich stresst! Zu viele Menschen, die Stimmung ist mies, kaum einer lacht oder lächelt, und alle sind immer irgendwie gestresst und unter Strom! Das kannte ich so gar nicht mehr! Und so war ich dann auch recht froh als es wieder zurück nach Portugal ging!

Im Gepäck den Ofen, mit dem Wissen das mein Zelt schon auf mich wartete freute ich mich sehr auf die neue Aufgabe mit dem Tattoo Retreat, und dem einrichten des Zeltes! Als ich in Portugal ankam holten Claudia und Leif mich am Flughafen ab, und wir fuhren gemeinsam zurück zum Camp! Da während meiner Abwesenheit ein Sturm durchs camp fegte , und mein Vordach zerfetzte musste ich mein gemütliches freiluft Wohnzimmer erstmal aufgeben, aber ich hatte jetzt ja das Zelt!

Der Aufbau war erstmal doch recht kompliziert, da keine Anleitung dabei war! Mit 5 Leuten versuchten wir das Zelt aufzubauen, bis wir merkten dass wir den Boden umdrehen mussten, um es fachgerecht aufzustellen! Ja manchmal sind Lösungen so nah, man steht quasi drauf !

Als es dann endlich stand , versuchte ich es in Gedanken einzurichten! Am nächsten Tag fuhren wir zu Ikea, ja die Schweden sitzen auch in Portugal bombenfest ! Ich kaufte ein was ich brauchte um es zu einem gemütlichen aber dennoch nicht überladenen Raum zu machen, mit Tattoo Tisch, Bett und Sitzgelegenheiten! Es sah fantastisch aus, und war sehr gemütlich! Ich schlief auch die erste Nacht im Zelt, hatte aber ein mega schlechtes Gewissen meinem Bus gegenüber! Der dachte sich wahrscheinlich, kaum is die neue da, werde ich vergessen oder nur zum kochen benutzt! Ja, mit der Zeit bildet man schon eine Art Beziehung zu so einem Gefährt auf! Ich konnte es aber nicht wirklich, und so beschloss ich das Zelt nur für Gäste zu benutzen! Im Bus war zwar viel weniger Platz, aber dafür alles was ich brauchte, und das in Griffnähe! Da wurde mir wieder bewusst, dass ich erstmal nicht wieder in ein Haus oder eine Wohnung ziehen könnte! Das Vanlife hatte mich total vereinnahmt!

Ich richtete also meinen Arbeitsplatz ein, und beschloss das erste Tattoo dort zu machen! Das erste Opfer war auch schnell gefunden, da ich Axel ja noch ein Tattoo schuldete vom reparieren meines Busses im Januar! Also bekam er seinen lang gewünschten „ Powel Peralta Reaper“ nicht wirklich meine Parade Disziplin, aber er war sehr glücklich damit und ich somit schuldenfrei!

Alles funktionierte bestens! Der Ventilator kühlte den Raum etwas runter, und ich hatte die gewünschte Ruhe beim Arbeiten! Das Retreat konnte starten! Es hatten sich auch schon für Oktober einige Leute angemeldet, die aber wegen Corona nach und nach wieder absagten! Nur Mari hatte es durchgezogen, und bestand auf ihr kommen! Was mich sehr freute! Im Camp war auch noch Alwiss, er wollte auch gerne ein Tattoo von mir, und so stoch ich das erste bezahlte Tattoo im Zelt und eröffnete somit offiziell das Retreat!

Aber corona zog langsam wieder an, und erschwerte das arbeiten doch zusehends! Wie es weiter geht erfahrt ihr aber im nächsten Blog! Bis dahin hoffe ich dass ihr wieder Spaß beim lesen hattet, und mir weiterhin treu bleibt!

Ahoi und guuude

Justin


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