
Wir hingen also weiter in Quarteira ab, in dem Wissen dass wir uns bald trennen werden müssen! Ich hatte meinen Guestspot in Deutschland geplant, ich wollte 3 Wochen arbeiten um mir ein kleines Polster zu erarbeiten, Momo hatten einen kleinen Jungen auf den er aufpassen wollte, und fuhr mit ihm nach Spanien auf einen Campingplatz, Totti und Josh wollten nach Marokko auf Abenteuer Tour, auch wenn Totti noch nicht so wirklich davon überzeugt war, entschloss er sich dann aber doch mit zu fahren! Und so verbrachten wir unseren letzten geimeinsamen Tag in Quarteira!
Irgendwann kam aber noch Dom vorbei, Dom lernte ich über Instagram kennen! Er kam aus Darmstadt und baute Dudelsäcke! Er hing einige Tage mit uns ab und am letzten Abend saßen wir bei Lagerfeuer und Dudelsackmusik zusammen! Die Stimmung war sehr ausgelassen aber trotzdem fiel uns allen der Abschied sehr schwer und das eine oder andere Tränchen floss dann auch! Aber so ist das leider auch im Nomaden leben, man muss lernen loszulassen und Abschiede gehören zum Alltag, auch wenn es jedesmal schwer fällt! Corona wurde langsam präsenter, man hörte von weit enfernten Ausbrüchen die rasant zunahmen, aber so wirklich als Gefahr betrachtete es zu dem Zeitpunkt niemand wirklich!


Bevor ich flog arbeitete ich aber noch etwas, Sarah und Nick von den expawers kamen vorbei ! Die beiden hatte ich ja in Tarifa kennengelernt und so verabredeten wir uns in Quarteira für Sarahs Tattoo. In dem Video könnt ihr auch schön sehen wie toll es in Quarteira tatsächlich war!
Ich lernte in Quarteira noch einen Engländer kennen, der ein Hundewelpen adoptiert hatte! Er lebte im Zelt und zog so durch die Gegend! Er meinte dass sein Welpen noch ein Schwesterchen hätte, und diese auch ein zuhause suchen würde! Ich wurde schwach und sagte ihm ich würde sie nehmen wenn ich aus Deutschland zurück komme, er meinte er würde sich um sie kümmern bis ich wieder da war! ich war so aufgeregt , ich überlegte schon sehr lange mir einen Hund zu zulegen, und so ergab es sich dann dass ich „ Djaia“ bekommen sollte! Peter, der „Althippie“ mit dem Monstertruck meinte er würde sich auch mit Sie kümmern bis ich wieder da sei, und versuchen sie stubenrein zu bekommen da er sich mit Hunden gut auskannte! Ich war beruhigt und jetzt schon unsterblich verliebt!

Ich fuhr zurück zum camp um meinen bus für die kommenden 3 Wochen zu parken! Die zeit schien mir ewig bis ich wieder zurück kommen sollte! Als ich dann in Frankfurt ankam schickte mir Peter die ersten Bilder und Videos von Djaia, ich konnte es kaum fassen wie süß sie war! Ich kaufte Halsbänder, Leinen und Hundespielzeug vor lauter Vorfreude!

Auf einmal kam Corona immer näher, es wurde vermehrt darüber in den Nachrichten geredet, die ersten Länder machten langsam dicht und es war nicht mehr so weit weg wie in Quarteira! Auf einmal meinte Peter dass Djaia kaum essen würde, und es ihr nicht so gut gehen würde, und er mir ihr zum Arzt müsste! Ich überwies ihm Geld damit er die Rechnung zahlen konnte, und er meinte er müsste sie erstmal da lassen, damit rausgefunden werden kann was sie hat! Ich war doch etwas nervös , und sagte ihm er solle machen was nötig sei! Inzwischen wurde die Corona Lage in Deutschland immer kritischer und ich bekam etwas Sorge nicht mehr zurück zu kommen! nach 2 Wochen in Deutschland musste ich für mich eine Entscheidung treffen, entweder versuchen die letzte Woche durchziehen, und hoffen dass ich noch nach Portugal zurück komme, oder auf Nummer sicher gehen und direkt nen Flug zurück buchen! Mit Djaia sah es leider auch gar nicht gut aus, sie hatte eine Blutkrankheit, zu wenig weiße Blutkörperchen und sie war zu jung und zu schwach um sich dagegen wehren zu können! Der Arzt hatte alles versucht, aber sie starb 2 Tage bevor ich zurück kam! Ich war am Boden zerstört! Dazu kam noch die Corona Situation die sich immer mehr zuspitzte, also entschloss ich mich am Sonntag den letzten Flieger nach Lissabon zu nehmen! Es war tatsächlich der letzte Flieger der bis auf weiteres das Land verlassen sollte! Nach Faro flug gar nichts mehr!
Als ich in Lissabon ankam war es wie im Film, der Flughafen total leer! War das die langersehnte Zombieapokalypse? Ich hörte in den Nachrichten dass alles zugemacht werden sollte, alle Geschäfte sollten schließen, Verkehrsmittel sollten aufhören zu fahren! Es war 22 Uhr abends und ich musste irgendwie nach Faro kommen! Es fuhren natürlich keine Busse mehr, oder Züge! Hotels und oder Motels waren zu, also was tun? Ich wollte nur noch in meinen Bus zurück! Da schoss mir eine mega bekloppte Idee durch den kopf, Taxi! Ich ging raus und fragte was eine Fahrt nach Faro kosten würde, 400 euro wurde mir gesagt, ich war doch etwas geschockt, also versuchte ich zu handeln! Bis auf 300 hab ich sie runterhandeln können, und dachte mir wer weiß was morgen los ist, und machte es einfach! Mit dem Bus brauchte ich etwa 5 std bis faro von Lissabon, allerdings Mautfrei über Landstraßen! Der Taxifahrer schaffte es in 2,5 std ! Das war es mir wert, ich lag Nachts um 1 wieder in meinem Bus und war zumindest froh wieder zuhause zu sein! Gut 300 euro ärmer, aber ich dachte dafür kann ich jetzt die „paar Wochen „ Quarantäne am Strand verbringen!

Ich war noch total aufgewühlt von Djaias tot, der ganzen Corona Panik , und meiner total bekloppten Heimreise aus Deutschland und bin erstmal noch einige stunden wach gewesen bevor mich die Erschöpfung übermannte!
Am nächsten Morgen machte ich mich erstmal im Camp schlau wie denn die allgemeine Lage so war! Diverse Gerüchte schwirrten durch den Raum, unter anderem dass alle Camper die frei standen in Fußball Stadien gesammelt werden sollten um dort in Quarantäne zu bleiben, oder das alle ausländischen Fahrzeuge des Landes verwiesen werden sollten! Alles Sachen die ich auf gar keinen fall wollte! Peter stand noch in Quarteira, also fuhr ich erstmal zu ihm! Wir hatten ja eine menge zu bereden wegen Djaia! Es tat mir so unendlich leid für sie, und es beschäftigte mich noch eine Weile! Ich hatte so die schnauze voll von Abschieden und loslassen, es wurde langsam zeit dass ich lernte besser damit umzugehen! Die zeit dafür sollte ich jetzt bekommen, auch besser mit mir selber zurecht zu kommen!
Nach 2 Tagen in Quarteira, rief ich Thilo, den Besitzer vom Camp , an um zu fragen ob es ok wäre wenn ich zu ihm komme, da ich nicht in irgendwelche Stadien verfrachtet werden wollte! Er sagte zu, und so fuhr ich ins Camp zurück um meine Quarantäne zu starten! Wie lange das alles dauern sollte, und was überhaupt so in der Welt los war , war noch nicht abzusehen! Aber ich hatte erstmal einen sicheren Platz zum sein!
Wie es weitergeht erfahrt im nächsten Blog, wie immer lasst gerne ein paar Kommentare, likes oder ein Abbo da, ich würde mich sehr freuen!
Bis dahin, Ahoi und guuuude,
Justin
Hinterlasse einen Kommentar