
Ich war bisher nur ein oder zwei mal davor in meinem Leben in der Schweiz gewesen, meistens nur sehr kurz und daher hab ich wenig bis keine wirklichen Erinnerungen an Sie! Das erste was mir allerdings Auffiel waren die Preise! Alter Schwede!!!! Auf dem Weg nach Au wollte ich mich kurz stärken an einer Raststätte bei einem Burger Anbieter aus Amerika! 15 euro für ein Menü ? Ne lass mal gut sein, so ein Frikadellen Brötchen in Bierdeckeln mit Getränk und Pommes für den Preis brauchte ich dann doch nicht! Aber das sollte noch günstig sein wie ich später feststellte!
Am nächsten Morgen traf ich mich dann mit Tobi , er zeigte mir das Tattoo Studio in dem ich eine Woche gastieren durfte! Es ist ein kleines aber sehr feines und sauberes Studio , und ich durfte mir meinen Platz einrichten! Ich hatte über Instagram ein paar Termine dort ausgemacht! Generell hatte ich wenig Zulauf in der Schweiz, da mich dort nicht viele Leute kennen! Mich hatte auch noch ein alter Freund angeschrieben, Uwe, dass ich ihn doch mal bei Basel besuchen kommen sollte! Das gute bei Uwe ist, dass er sich sehr gut mit Metall arbeiten auskennt und ich ihn fragte ob er bei meinem Bus ein paar Roststellen flicken könnte! Er meinte das wäre kein Problem und ich solle einfach vorbeikommen! Also war mein zweiter Stop in der Schweiz geplant!

Da ich nur wenige Termine hatte, zwar genug um meine doch arg gebeutelte Reisekasse etwas aufzufüllen, aber nicht genug um eine ganze Woche dort zu bleiben fuhr ich nach 4 Tagen dann Richtung Basel! 2 meiner Kunden kamen schon ein paar Tage vor ihrem Termin in Au an mit ihrem Bus,und wir hingen zusammen ab und verbrachten 2 Nächte in der Gegend ! Nach getaner Arbeit fuhr ich also Richtung Basel um Uwe und seine Familie zu besuchen!



Uwe kenne ich von diversen Tattoo Conventions, er war immer mit den Jungs unterwegs die meine Tattoo Maschinen gebaut haben! Ein sehr lustiger Vogel! Komplett zu tätowiert, aber die liebste Seele die man sich vorstellen kann! Er hat auch einen leichten Faible für alte Autos, die er komplett Auslebt! Ich war in guten Händen was den Rost an meinem Bus angeht, das war mir sofort klar!
Als ich dort ankam sah ich erstmal das Ausmaß seiner „Garage“ ! Es war eine riesige alte Scheune! Genug Platz also um über Ostern an meinem Dicken zu arbeiten! Da wir ja irgendwie die geflickten Stellen neu lackieren mussten, beschlossen wir kurzerhand einen langen Traum von mir in Erfüllung gehen zu lassen! Ich wollte seit dem ich den Bus gekauft hatte so eine Mintgrüne Lackierung haben, aber nur die Hälfte des Busses, so wie die alten Busse früher! Da er alles da hatte um die Lackierung zu machen, Spritzpistole usw, beschlossen wir kurzerhand in einen Baumarkt zu fahren und die Farbe und Grundierung zu besorgen! Als Grundierung wollten wir Unterbodenschutz nehmen , quasi als Steinschlag Schutz für das Blech, und die richtige Farbe haben wir auch bekommen! Wir hofften nur genug davon gekauft zu haben, da ja Ostern war und wir sonst bis Dienstags hätten warten müssen um neue Farbe oder Grundierung zu kaufen! Es war übrigens Samstag als wir fuhren!
Wir hatten also alles eingekauft und machten uns an die Arbeit! Mein Job war ziemlich klar, alles abkleben und alle Anbauteile entfernen! Damit war ich auch den ganzen Tag beschäftigt während Uwe den Rost Stellen an an den Kragen ging! Abends gegen 21 Uhr waren wir dann auch tatsächlich fertig mit der Vorbereitung für die Grundierung! Alles war abgeklebt , geschweißt und gespachtelt! Ziemlich erschöpft von unserem Tageswerk saßen wir noch bei einem Kaltgetränk zusammen und ich ging dann doch recht schnell schlafen!
Am Ostersonntag ging es dann los mit grundieren, drei Schichten sollten es werden , wurden dann aber wegen schwächelnden Mathe Kenntnissen doch nur 2! Naja, kann vorkommen! Da es natürlich auch trocknen musste hatten wir immer mal wieder Zeit zu plauschen oder was zu essen zu besorgen! Apropos Essen besorgen, also ich hab ja keine Ahnung was die so in der Schweiz verdienen, aber es muss ja schon ganz gut sein wenn für 3 Burger und etwas Beiwerk 60 Franken normal sind! Heidewitzka!

Gestärkt und voll motiviert ging es dann nach dem grundieren ans Lackieren! Alter was war ich aufgeregt! Er sah nach dem grundieren schon sehr viel besser aus, wie würde es mit der Farbe aussehen? Wird es so wie ich es mir erhofft hatte? Oder würde es am Ende total sch… Aussehen? Ich war mega nervös! Bei der Farbe hatten wir uns zum Glück nicht verrechnet, und die 3 fast 4 Schichten gingen komplett auf! Und es sah sooooooooooo geil aus!!! Ein komplett neuer Wagen! Ich war so begeistert, dass ich nicht aufhören konnte Uwe zu umarmen!!!! Das beste war allerdings als Uwe meinte, frohe Ostern, ich Schenk dir das! Ich war sprachlos! All die Arbeit und das Material einfach geschenkt bekommen!!!! Unfassbar!! Danke nochmal an dieser Stelle Uwe für alles, die schöne Zeit bei Euch und natürlich das retten und verschönern meines Busses! DANKE UWE!!!!!!!!!!



Das sollte aber nicht die letzte Optimierung meines Busses gewesen sein auf dem Weg zurück nach Frankfurt! Ich hatte noch mit Dennis von „Van Vibes“ geschrieben und wir verabredeten uns in München! Da ich sowieso auf dem Weg nach Erding war zu meiner Mutter, lag es also schön auf dem Weg! Ich hatte 2 Solarpanele zu ihm bestellt die aufs Dach sollten! Ich habe ja die ganze Zeit mit Faltsolar gearbeitet, aber das ständige rausholen, und wieder einpacken war dann doch auf Dauer etwas nervig! Also sollte fest verbautes Solar aufs Dach! 2 x 110 W sollten es werden, da mein Solarregler nicht mehr als 220 Watt verarbeiten kann! Ich wollte mir keine Gedanken mehr über Strom machen müssen!
Ich musste jetzt natürlich wieder über eine Grenze, nach Deutschland! Uwe meinte das direkt 50km weiter ein Grenzübergang wäre der so gut wie nie besetzt ist, und man da problemlos rüber käme! Naja, ihr kennt ja mein Glück, bei mir war er natürlich besetzt! Ich wurde auch direkt angehalten! Nach der Frage wo ich herkäme,und wohin ich wollte sagte ich dass ich bei nem Freund in der Schweiz war, um meinen Wagen zu lackieren, und jetzt zu meiner Mutter nach Erding wollte! War ja nicht gelogen! Die netten Herren von der Polizei meinten dass ich ja jetzt in Quarantäne solle, worauf ich nur erwiderte dass mein zweiter Vorname Quarantäne sei, da ich ja alleine in einem Bus leben würde und maximal zum einkaufen unter Menschen wäre! Nach kurzem verwirrten Nachdenken meinten sie nur ich solle doch trotzdem bitte erstmal Menschen meiden, worauf ich erwiderte dass dies der Grund sei warum ich im Bus leben würde! Nach einem Lachen auf beiden Seiten und einem Lob für meinen Bus durfte ich dann die Reise weiter führen! Ich glaube ja bis heute dass sie nur sehen wollten wer denn so einen wunderschönen Bus fährt, und sie mich deshalb angehalten haben!!!
Also fuhr ich weiter Richtung München um Dennis zu besuchen, dazu aber mehr im nächsten Blog!
Sorry fürs lange warten lassen, ich versuche jetzt wieder regelmäßiger zu schreiben, aber ihr werdet noch erfahren warum das alles etwas länger gedauert hat!
Bis dahin, alles Guuuude und Ahoi
Justin
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