
Wie schon erwähnt hatte sich eine Freundin angekündigt! Rebecca wollte mal für eine Woche raus aus ihrem Trott! Wir kannten uns weil sie in Frankfurt eine Kundin von mir war, daraus wuchs dann irgendwann eine Freundschaft! Um es direkt vorweg zu nehmen und jeglichen Spekulationen einen Riegel davor zu schieben, rein platonisch!
Da ich keinen Platz in meinem Bus hatte um Gäste aufzunehmen, musste ich mir eine Unterkunft für Rebecca besorgen! Also fuhr ich mit Victoria zu einem nahe gelegenen Campingausrüster und besorgte ein Zelt! Damit Rebecca das Zelt nicht aus Deutschland mitnehmen musste, und für teuer Geld am Flughafen aufgeben muss, besorgte ich eins in Portugal! Wir besorgten auch gleich für Victoria das selbe Zelt, sie fühlte sich mittlerweile sehr wohl im Camp!

Ich sagte Rebecca dass sie sich ein Taxi nehmen könnte vom Flughafen, bedachte aber nicht dass manche Taxifahrer nicht bis zu uns fuhren, da es doch sehr abgelegen war, und sie aufgrund der Wege und ihrer Beschaffenheit Angst um ihre Wagen hatten! Also bekam ich einen Anruf das sie irgendwo in der Walachei ausgesetzt wurde! Na toll dachte ich, was ein herzlicher Empfang für sie! Axel war aber grade auf dem Weg in die Stadt, und meinte er würde sie einsammeln! Was auch geklappt hat! Was in Faro dann alles passiert ist weiß ich nur aus Erzählungen, anscheinend hatten sie sich kurz verloren, weil Axel irgendwas wegen seines Autos dort klären musste, und Rebecca kurz alleine in Faro rumirrte, aber letztlich dann doch heil und wohlbehalten im Camp ankam! Für sie war es definitiv schon mal das erste Abenteuer , willkommen in Portugal!
Victoria und Rebecca freundeten sich direkt an und wir verbrachten einige schöne Tage zusammen! Wir grillten, fuhren an diverse Strände, und für Rebecca war es die wohlverdiente Auszeit die sie brauchte!

Wir redeten Abends beim Sonnenuntergang auch sehr viel über das Leben, und auch über tiefere Themen, was sehr schön war! Kurz bevor sie kam hatte ich eine Idee, ich wollte etwas an meiner Situation vor Ort ändern! Auch wenn dauerhaftes chillen, und der Sonne beim wandern zusehen seine absolut berechtigten Vorzüge haben, fehlte mir doch etwas eine Aufgabe! Klar, sich aufs jetzt zu konzentrieren ist eine Aufgabe, und auch eine sehr anstrengende manchmal, aber etwas kreatives dürfte es dann doch auch sein! Ich kam auf die Idee mir ein Zelt zu besorgen in dem ich arbeiten könnte! Ich wollte den Leuten die zu mir kommen aber auch etwas bieten! Nicht einfach nur ein Tattoo, sondern eben auch etwas Urlaub!
Ich war etwas die ganze Fließband Arbeit in Tattoo Studios satt, und wollte es etwas persönlicher gestalten! Es gibt ja jede erdenkliche Form eines Retreats! Yoga Retreats, Meditations Retreats, etc, nur hatte ich noch nie von einem Tattoo Retreat gehört! Das Wort Retreat bedeutet eigentlich nichts anderes als Zeit in Stille! Und das ist etwas was ich für absolut erstrebenswert halte bei einem Tattoo! Wenn der Kunde entspannt ist, und absolut ruhig, und die Umgebung entsprechend ruhig ist und im besten Falle auch noch in der Natur , dann tut es erstens weniger weh und der Kunde hält länger durch, weil er eben in sich ruhiger ist als wenn er unter Stress von der Arbeit ins Studio gehetzt kommt, dort Hektik herrscht weil lauter Menschen dort sind, und eine gewisse Grundlautstärke einfach unvermeidbar ist! Entspannung ist da anders bei einem Tattoo!
Also beschloss ich ein Tattoo Retreat zu gründen! Da ich nicht viel Geld zum Leben benötige, zu der Zeit waren es etwa 500 Euro im Monat incl Miete für das Camp, Internet , Zigaretten ( Ja ich weiß, das es schädlich ist) und Lebensmittel, konnte ich sagen nicht mehr als 4 Kunden pro Monat! Somit hatte ich auch noch genug zeit zum Leben und besagter Sonne beim wandern zu zusehen! Eine WIN WIN Situation wenn es denn klappen würde! Klar die Anschaffung würde nochmal etwas Geld kosten, auch die Ausstattung des Zeltes! Aber der Versuch war es mir Wert! Also buchte ich direkt den nächsten Guestspot in Deutschland im August! Der Plan Stand, jetzt musste nur Corona mitspielen, zu der Zeit sah alles ganz gut aus, die Inzidenzen sanken überall, Grenzen waren wieder offen, und ich glaube nicht nur ich war ziemlich optimistisch dass der Spuk bald vorbei sein sollte ! Naja….

Durch die ganzen Gespräche mit Rebecca wurde ich nur mehr bestätigt! Sie fühlte sich sichtlich wohl im Camp und es war auch eine Veränderung bei Ihr zu erkennen! Sie schien mehr und mehr neue Perspektiven in sich aufzunehmen, immerhin konnte sie alle möglichen verschiedenen alternative Lebensformen am eigenen Leibe erfahren! Alle im Camp waren im Grunde Freigeister, jeder auf seine ganz eigene Art und Weise, und dass keiner wirklich unglücklich war , lässt einen natürlich dann auch mal nachdenken!
Wenn ich meinen Kunden eine alternative zu ihrem Leben aufzeigen konnte, sich mal zu sich finden lassen konnte während ihres Aufenthaltes, und mit einem Tattoo dass sie immer an diese Zeit erinnert entlassen würde, hätte ich vieles in einem geschafft für einen einzelnen Menschen! Das war mein Ziel!
Wir verbrachten noch die letzten Tage gemeinsam , verbrachten mit Thilo und seiner Freundin noch einen wundervollen Tag am Strand und dann war der Abschied auch schon wieder da! Rebecca war sehr traurig dass sie schon wieder heim musste, hatte aber sehr viel für sich mit eingepackt , was mich persönlich sehr für sie gefreut hat! Die restliche Zeit des Julis war es sehr heiß , nachts um die 30 Grad, tagsüber weit über 40! Im Gemeinschafts Küchenzelt war die Höchsttemperatur irgendwann mal 56 Grad, nur mal so zur Orientierung !

Also verbrachten wir öfter die Tage am nahegelegenen Faro Beach, und genossen den kühlen Atlantik der sich zu der Zeit wie das Mittelmeer anfühlte! Der Juli schmolz so vor sich hin, und wirklich bewegt haben wir uns alle nicht wirklich viel! Als der August näher rückte, machte ich meine Vorbereitungen für den Guestspot! Flug war gebucht, und ich wollte meinen 50sten Geburtstag diesmal mit meiner Tochter und meinen Freunden in Frankfurt feiern, also waren 3 Wochen Deutschland gebucht, davon und wie es weiterging erfahrt ihr dann im nächsten Blog!
Ich hoffe wieder mal wieder ihr hattet viel spaß beim lesen, und bleibt mir weiterhin treu
Bis dahin,
Ahoi und guuude
Justin
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