Kapitel 21 „ Pubcrawling“

Durch meinen Unfall war ich an mein Bett gefesselt in gewisser Hinsicht, ich wollte mich so wenig wie möglich bewegen um die Verletzung heilen zu lassen. Ich rieb sie mit einer heilenden Creme ein,deren Name ich hier nicht nennen möchte, und es wurde von Tag zu tag besser! Am schlimmsten waren die Zerrungen, weil sie das bewegen des Armes doch sehr einschränkten! Schlafen war in den ersten Tagen auch sehr anstrengend, aber auch das wurde besser!

Und so zog der Mai auch dahin und es wurde merklich wärmer! Wie ihr euch sicher selbst an den ersten Lockdown bei euch erinnert, war es ziemlich ereignislos! Man schaute fernsehen, kochte, in meinem fall zockte ich auch sehr viel, und die Tage verstrichen so dahin! Keiner wusste so genau wie lange das alles noch gehen sollte!

Wie ich ja schonmal erwähnte , versuchten wir uns im Camp mit diversen Events bei Laune zu halten! Eines dieser Events war ein sogenannter Pubcrawl! In einer normalen Welt wäre man von Bar zu Bar gezogen und hätte sich sinnvoll betrunken! In unserem Fall war es so , das alle Vans oder Busse eine Bar darstellten, und das ganze Camp geschlossen von Bus zu Bus zog! Allerdings nicht um nur zu trinken, sondern jeder Besitzer musste auch noch was zur Unterhaltung der Gruppe beitragen! Und so wurden die Köpfe zusammengesteckt was man denn so anbieten könnte!

Wir beschlossen auf dem silent hill zu beginnen, und alle Busse dort inklusive mir überlegten uns die Meute mit Spielen bei Laune zu halten! Es gab ein Spiel bei dem sich 2 Gruppen gegenüber standen, jeder einzelne hatte eine Flasche bier vor sich, in der Mitte der beiden Gruppen stand eine Wasserflasche! Es wurde ein ball auf die Flasche geworfen und wenn sie umfiel musste die andere Gruppe trinken, hinrennen und die Flasche wieder aufstellen! Dann war die gegnerische Gruppe dran! Klingt kompliziert, und das entsprechende chaos war vorprogrammiert! Da bei einem gewissen Pegel die Reihenfolge nicht immer eingehalten wurde, und nach jeder runde einer die jeweilige Gruppe verlassen musste, dünnte sich das Feld recht schnell aus! Ich entschied mich Dosenwerfen zu machen, bei jedem nicht getroffenem Versuch musste getrunken werden! Ich hatte definitiv zu wenig bier gekauft für die Teilnehmer, da kaum einer traf!

Unten in der „Lower east side“ wurden Luftballons an die Füße gebunden und man musste versuchen den gegnerischen ballon zu zertreten, und noch diverse andere Spiele! Es wurde auch eine Bar aufgebaut inclusive DJ Pult aus einem Bus damit die musikalische Untermalung gesichert war! Alles in allem war es ein sehr lustiger Tag! Abends ging das Fest natürlich noch weiter, und an unserem großen Feuerplatz wurde noch bis spät in die Nacht gefeiert mit lauter Musik!

Ansonsten passierte auch im Juni nicht wirklich viel! Ende Juni kam mich dann Chrissi nochmal besuchen! Er hatte mich ja im Jahr davor nach Monchique eingeladen wo ich auch meinen Geburtstag feierte! Er hatte Olga, die damals in der Quinta Alta Vista kochte und Victoria im Schlepptau! Victoria war eine Freundin von Olga, und sie lebten zu der Zeit gemeinsam in Lissabon! Sie waren grade zu Besuch in Monchique als Chrissi vorbei kam und sie beschlossen mich zu besuchen!

Alle 3 blieben über Nacht im Camp, und wir grillten etwas und saßen Abends bei Wein und Bier noch vor meinem Bus und lachten viel! Am nächsten morgen entschloss sich Victoria im Camp zu bleiben, sie musste sowieso in Lissabon aus ihrer Unterkunft raus, und fand es so schön dass sie einfach da blieb! Sie musste nur nochmal nach Lissabon um ihre Sachen von der Unterkunft in Olgas Apartment zu bringen! Also entschloss ich mich ihr zu helfen und mit ihr nach Lissabon zu fahren, ein wenig Abwechslung zum Camp Alltag und ein kleiner Roadtrip würden mir ganz gut tun dachte ich! Also packte ich den Bus und wir fuhren mit Chrissi erstmal nach Quarteira um noch einen Strandnachmittag einzulegen bevor wir nach Lissabon fuhren!

Wie ich ja schonmal erwähnte brauchte ich für die Strecke mit dem Bus etwa 5 Stunden da ich jegliche Mautstraßen vermied! Wir kamen Abends in Lissabon an , und das aus und umziehen von Victorias Sachen ging auch recht flott! So dass wir uns was zum übernachten suchen mussten! Aus guten Gründen habe ich Großstädte immer vermieden, bzw bin ich im großen Bogen drum herum gefahren! Ich wollte immer lieber in der Natur sein als in Urbanen Gegenden! Diesmal war ich aber zu müde um noch groß außerhalb Lissabons was zu suchen! Also fuhren wir auf einen etwas abgelegeneren Parkplatz auf einem Berg nahe eines Parks in Lissabon! Eigentlich war es perfekt, leer ruhig und abgelegen, wenn da nicht dauernd autos mit jugendlichen gekommen und gefahren wären! Keine Ahnung was die genau da gemacht haben, aber eines dieser Autos parkte auf dem komplett leeren großen Parkplatz genau neben uns! Die Jungs aus dem Auto schlichen auch die ganze Zeit um unseren Bus, einer versuchte auch hinten auf der Stoßstange stehend durch die Fenster zu schauen , da wurde es mir zuviel! Ich schnappte mir meine Axt , ging raus und fragte was denn solle? Die Jungs schauten doch etwas verwirrt drein, sie hatten wohl nicht damit gerechnet dass ein doch etwas zu tätowierter Typ mit Dreads und Axt aus dem Bus kommt! Sie entschuldigten sich brav, und fuhren wieder weg, alles in allem dann doch harmlos, aber das war das erste mal dass ich doch etwas nervös wurde im Bus!

Die Nacht verlief dann ruhig, und am nächsten Morgen fuhren wir zurück nach Faro ins Camp! Dort angekommen war ich doch sichtlich erleichtert wieder „Zuhause“ sein! Für Juli hatte sich noch eine Freundin aus Deutschland angekündigt mich für eine Woche zu besuchen! Davon und was sonst noch alles so passierte erfahrt ihr dann aber im nächsten Blog.

Bis dahin, ich hoffe Ihr hattet wieder mal Spass beim lesen,

Bleibt mir treu

Ahoi und guuuude

Justin


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