
Ok, ich kam also aus Sines zurück nach Ericiera, die Massen waren mir zuviel dort, also wollte ich zurück auf meinen „Felsen“ zu Finn und Mario!
Vorher musste ich aber noch Gas auffüllen zum kochen und für die beiden Kühlschränke im Bus ! Ich hatte mir vor der Reise einen 50 l LPG Gastank unter mein Auto gebaut, um dem Gasflaschen Chaos in Europa entgegen zu wirken! Jedes Land hat nämlich seine eigenen Gasflachen Systeme, und eine deutsche Gasflasche in Spanien oder Portugal aufzufüllen ist extrem schwierig! Mit dem Gastank musste ich nur für das jeweilige Land den passenden Adapter an den Einlass schrauben, und konnte so an jeder Tankstelle mit LPG/GPL einfach den Tank füllen und dann mehrer Wochen und Monate kochen und meine Kühlschränke kühlen! Sehr praktisch wie ich finde!
Also nochmal voll tanken und zurück auf den Felsen! Dort angekommen haben mich die beiden auch sofort in Empfang genommen, und ich erzählte ihnen von dem Chaos auf dem Parkplatz in Sines und den ganzen abgefahrenen Reisemobilen dort!
An irgend einem Moment des Tages schaute ich auf mein Handy, und plötzlich schoss das Adrenalin durch meine Körper! Meine Ex hatte sich gemeldet! Ich muss dazu sagen dass wir ein paar Wochen vorher uns darauf geeinigt haben, den Kontakt rigoros abzubrechen damit wir uns besser von einander lösen konnten, was anfangs extrem schwer war da wir ,wie schon erwähnt , sehr liebevoll mit der ganzen Sache umgegangen sind, ich die Situation aber akzeptiert hatte und dabei war nach vorne zu schauen! Wie es halt so ist im Leben, wenn du am wenigsten mit etwas rechnest, passiert es! Sie schrieb mir dass sie viel an mich denken würde, und irgendwie auch vermissen würde! Ich war erst kurz geschockt, was antworte ich jetzt? Auf der einen Seite hüpfte und pochte mein Herz wie wahnsinnig, auf der anderen Seite kam mein Verstand und sagte “ wenn du dich darauf nochmal einlässt, wird es dein Verderben!“ ! Was soll ich sagen, ich bin ein Mensch der auf sein Herz hört, und ich dachte ach was soll’s , „GLAUB NICHT ALLES WAS DU DENKST!“
Gut, vielleicht hätte ich es doch tun sollen, aber dann wäre meine Reise nicht so verlaufen wie sie verlaufen ist, und das wäre wegen so vieler Dinge und Menschen sehr schade gewesen! Also verabredeten wir uns für Ende August in Tavira an der Algarve was nahe Faro ist, um zu sehen was noch übrig geblieben ist von dem was wir beiden vor knapp 2 Monaten in Ferrel zurück gelassen haben !
Bis dahin waren es aber noch einige Wochen, wir hatten grade mal Ende Juli! Finn und ich überlegten in Ericiera einen Guestspot zu machen in einem Tattoo Studio in der Altstadt! Was sich aber als nicht so geeignet für uns beide rausstellte, da dort die Gegebenheiten nicht wirklich für uns passten, also entschloss ich mich kurzer Hand das erste mal in meinem Bus zu arbeiten! Ihr wisst ja noch, das Löcher füllen durch shopping hat mein Budget drastisch dezimiert, daher musste ich irgendwie an Geld kommen!
Die Aussicht meines Arbeitsplatzes war schon mal perfekt, wer kann schon von sich behaupten in einem Bus mit solch einer Aussicht tätowiert zu werden? Als erste Versuchskannichen mussten 3 junge Damen herhalten, die sich alle das selbe Freundschaftstattoo haben stechen lassen,ein kleines minimales Tattoo! Danach merkte ich schnell, dass sowas keinen Sinn macht in meinem Bus, da der Auf- und Abbau definitiv länger dauerte als das Tattoo an sich! Also beschloss ich keinen Kleinkram mehr im Bus zu stechen! Und dann wurde es Zeit für ein größeres Tattoo! Ich wusste ja bis dato noch nicht ob alles reibungslos laufen würde , da ich zu dem Zeitpunkt nur einen 200 W Wechselrichter im Bus hatte, und nur beten konnte dass mein Thermokopierer nicht mehr Strom brauchte! Auch musste ich die Kunden noch los schicken sich irgendwo einen Ausdruck des Designs, was ich ihnen per Mail schickte, in verschiedenen Größen zu besorgen, da ich keinen Drucker im Auto hatte! Das Problem habe ich mittlerweile aber gelöst! Und auch mit dem Thermokopierer lief alles Reibungslos! Also los, erstes richtiges Tattoo mit Blick auf den Atlantik stechen! Was für ein erhabenes Gefühl!
Die ganze Aktion brachte wieder ein paar Flocken in die doch sehr gebeutelte Reisekasse, und lies mich wieder etwas entspannter werden! Aber auf Dauer musste doch was her, was irgendwie Geld brachte mit dem ich etwas rechen konnte! Aber da wird sich bestimmt was finden dachte ich mir, Habe Vertrauen!
Die letzten Tage in Ericiera verbrachte ich noch mit Finn,Mario und ein paar anderen Vanlifern die dort standen, wir waren mittlerweile einige Busse und ein wenig wie ein kleines Dorf! Irgendwann entdeckte ich einen Bus mit MTK Kennzeichen, was direkt um die Ecke von Frankfurt ist! Ich ging also schnurstracks hin und klopfte! Mir wurde die Tür von Josh geöffnet! Er war 19 Jahre alt, und zog für unbegrenzte Zeit durch Europa! Wie mutig dachte ich mir, obwohl ich eigentlich dasselbe machte ,nur dass ich sein Vater sein könnte! Wir redeten kurz, und am nächsten morgen fuhr er weiter Richtung Süden! Er wird aber noch eine Rolle spielen im Verlauf der Geschichte!
So zogen die letzten Tage in Ericiera dahin, wir hatten nochmal einen gemeinsamen Abend auf dem Felsen mit Essen und Sonnenuntergang und es war Zeit für mich Lebewohl zu sagen und mich auf den Weg in den Süden zu machen!
Ich genoss nochmal den letzten Sonnenuntergang auf unserem Felsen, und sagte leise good bye zu dem Platz und den Menschen dort, die mir in einer schweren Zeit ein leichtes und wundervolles Zuhause für 2 Monate gegeben haben! Danke Ericiera für deine grandiose Gastfreundschaft!
Ich sollte aber nochmal zurück kommen hierher!


Als ich mich auf den Weg in den Süden machte Richtung Algarve, hatte ich noch ungefähr 2 Wochen bis zum Treffen mit meiner Ex Freundin! Ich hatte gar kein Gefühl dafür wie weit alles weg war,und fuhr so knapp 200 km pro Tag, das hatte ich mir zumindest vorgenommen! Dass ich damit schon die Hälfte der Strecke an einem Tag schaffte erstaunte mich dann doch etwas! Was sollte ich jetzt die ganze Zeit machen?
Ab dem Zeitpunkt als ich Lissabon hinter mir ließ, wurde es merklich wärmer! Hallo,wir hatten August, Hochsommer du Trottel!
Aber in Ericiera fühlte sich alles etwas angenehmer an, da dort ständig ein Wind ging, und es Nachts auch recht angenehm war mit ca 16 grad was sich nicht wirklich nach Hochsommer anfühlte, zudem war das Meer Arschkalt ! Was mich aber an der Algarve erwarten sollte, hat mir wortwörtlich den Schweiß auf die Stirn getrieben, und das nur beim zuschauen! Temperaturen tagsüber um die 40 grad, und Nachts un die 25 grad waren die Regel aber doch recht heftig, also musste immer ein schattiges Plätzchen her, oder irgendwas nahe am Meer wo Wind ging! Da ich aber bei weitem nicht der einzige Camper da unten war der sich das dachte, wurde die Stellplatz Suche zu einer echten Herausforderung! In Erciera war schon viel Betrieb dachte ich, aber was an Algarve los war war echt heftig! Überall Camper, an jedem Spot den ich angefahren bin, ich habe sogar an einem Tag versucht einen Spot zu finden der nicht massiv überlaufen war von Campern, was mich tatsächlich einen ganzen Tag gekostet hat, und mich von Sagres bis Faro fahren ließ um schlussendlich einen Platz in einem Wald nahe des Flughafens in Faro finden ließ! Dass ich 7 Monate später nur 500 m Luftlinie dort für ein Jahr leben sollte wusste ich zu dem Zeitpunkt natürlich nicht! Auch dass ich in Quarteira, einer der vielen Plätze die ich an diesem Tag angefahren bin, den Winter verbringen würde , war mir natürlich auch nicht klar!

Also verbrachte ich die Nacht dort am Wald, was sehr spooky war! Die ganze Nacht über kamen Autos an, stellten sich irgendwo neben mich und fuhren irgendwann wieder! Vermutlich war das ein Fleckchen an dem gerne mal ein paar Schäferstündchen abgehalten wurde, was ich aber nicht wusste, und die Nacht dort etwas kurz geworden ist weil ich irgendwie nicht wirklich mein Kopfkino ausschalten konnte!
Es war aber alles gut, letztlich bin ich dann eingeschlafen und irgendwann mittags wieder aufgewacht! Als ich mein Handy anschaltete sah ich dass mir ein langjähriger Freund geschrieben hat! Und der Tag nahm wieder mal eine andere Wendung, als ich es geplant hatte, dazu aber mehr im nächsten Kapitel!
Vielen lieben Dank für Euer dran bleiben, ich hoffe ihr lest immernoch gerne mit und verfolgt meine Geschichte!
Lasst gerne wieder einen Kommentar da, liked den Blog und wenn ihr glaubt er müsste raus in die Welt getragen werden, teilt es gerne auf Facebook und abonniert den Blog!
danke und bis zum nächsten mal,
Ahoi und guuude,
Justin



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